Maximilian Davis, Kreativdirektor von Ferragamo, setzt seine Erkundung der Welt des Tanzes fort, nachdem in der letzten Saison der Schwerpunkt auf Ballett gelegt wurde. In dieser Saison lässt er sich insbesondere von der Garderobe des deutschen Tanztheaters inspirieren. Die visuellen Anklänge an den deutschen Ausdruckstanz der 1920er Jahre – eine entscheidende Periode für den modernen Tanz – und seine Wiederbelebung in den 1980er Jahren werden durch Davis‘ einzigartige Perspektive nahtlos in die Kollektion eingearbeitet und schaffen so eine zeitlose Harmonie.
„Ferragamo ist seit langem für seine Verwendung von Blumen in Drucken und Stickereien bekannt“, bemerkte Davis hinter der Bühne und wies darauf hin, dass er bei Recherchen in den Archiven zahlreiche mit floralen Details verzierte Schuhe entdeckt habe. Mit einem Fokus auf die Blumen, die in den Designs der Marke vorkommen, war der Veranstaltungsort der Show mit einem roten Teppich voller Blütenblätter dekoriert. Kleider waren mit zarten Blumenstickereien verziert, während die Schuhe Blumen aus Organza, Leder und Satin enthielten, die Pumps mit mandelförmiger Spitze und Sandalenriemen zierten, die sich elegant um die Waden wickelten.
Gerade geschnittene Unterkleider aus Seide waren mit Spitzenapplikationen und Scherenfragmenten in tiefer Taille versehen, während Details, die von den Uniformen dieser Zeit inspiriert waren, in praktische Lederstücke und maßgeschneiderte Kleidungsstücke eingearbeitet wurden. Ätherische Drucke erschienen neben Handtaschen, die surrealistisch mit Pelz ausgestopft waren, während bekannte Grundausstattungen außerhalb der Bühne fließend in Jersey-Strick neu interpretiert wurden.
Davis bemerkte: „Die Idee, etwas Alltäglichem eine leicht beunruhigende Qualität zu verleihen, fand ich sehr interessant. Es erzeugt, wie erwartet, ein Gefühl der Zwietracht.“
Dieses Gefühl der „Zwietracht“ wurde vom gleichen Geist angetrieben, der die Tanztheater-Revival-Bewegung der 1970er und 1980er Jahre inspirierte. Ein glatter Satin-Trenchcoat, der mit einem Gürtel am Körper anliegt, der markante Kontrast zwischen weichem Kaschmir und glänzendem Leder, abgeflachte Federn und Mohnblüten, die aus bandartigen Stielen hervorragen.
In der gesamten Sammlung kam die poetische Dualität deutscher Theateraufführungen anschaulich zum Ausdruck – ein emotionaler Dialog zwischen Liebe und Sehnsucht, Freiheit und Kontrolle, Romantik und Leidenschaft.
Dies war die ausgewogenste und überzeugendste Kollektion, die Ferragamo je präsentiert hat, und sie spiegelte die zeitgenössische Stimmung wider. Die raffinierten Silhouetten und die dezente Farbpalette harmonierten nahtlos mit den zeitlosen Garderobenarchetypen, die Bausch bevorzugt. Die Essenz von „Tanztheater“ wurde tief widergespiegelt – elegante und doch mühelose Alltagskleidung, verwoben mit freier Choreographie und ungehemmtem Ausdruck.
Mit freundlicher Genehmigung: Ferragamo
Text: Elie Inoue