Von Pinselstrichen bis hin zu Blockchains bietet Art Dubai 2025 einen umfassenden Einblick in die Zukunft der Kunst.
Die führende internationale Kunstmesse des Nahen Ostens kehrte vom 18. bis 20. April in ihre bisher ambitionierteste Ausgabe nach Madinat Jumeirah zurück und präsentierte über 120 Galerien aus 65 Städten auf fünf Kontinenten. Seit ihrer Gründung im Jahr 2007 hat sich die Art Dubai zu einer wichtigen kommerziellen Plattform und einem kreativen Katalysator entwickelt, insbesondere für Künstler und Regionen, die auf der Weltbühne traditionell unterrepräsentiert waren.
„Das Programm der Art Dubai entwickelt sich immer weiter“, erklärte Pablo del Val, künstlerischer Leiter der Art Dubai. „Das diesjährige Programm spiegelt die rasante Entwicklung der Kulturszene in der Golfregion wider. Wir sind stolz darauf, diese Stimmen zu unterstützen und eine vielfältigere und globalere Kunstwelt zu fördern.“
Die Ausgabe 2025 war in vier große Galeriebereiche unterteilt – „Contemporary“, „Modern“, „Digital“ und „Bawwaba“ –, die jeweils den Dialog zwischen globaler Kunstgeschichte und zukunftsweisender Innovation fördern sollten.
Art Dubai Contemporary, der Hauptteil, präsentierte über 70 Galerien mit einem starken Schwerpunkt auf zeitgenössischer Kunst aus den Entwicklungsländern. Art Dubai Digital, das nun zum vierten Mal stattfindet und von Gonzalo Herrero Delicado kuratiert wird, erweiterte mithilfe von KI, VR und immersiven Medien die Grenzen des Möglichen. Unter dem Titel „After the Technological Sublime“ befasste sich der Teil mit dem postdigitalen Zustand und umfasste Podiumsdiskussionen und Vorträge internationaler Vordenker zur Schnittstelle von Kunst und Technologie.
Art Dubai Modern, kuratiert von Magalí Arriola und Nada Shabout, stellte modernistische Künstler aus Westasien, Nordafrika und Lateinamerika ins Rampenlicht und stellte ihre Werke in einen kritischen Dialog mit der globalen Kunstgeschichte.
Schließlich präsentierte Bawwaba – kuratiert von Mirjam Varadinis – Künstler aus Entwicklungsländern, deren Arbeit sich mit zeitgenössischen Vorstellungen von Migration, Zugehörigkeit und der Entwicklung gemeinschaftlicher Identitäten auseinandersetzt.
Wer ist dieses Jahr besonders aufgefallen? Der Digital- und Kinetikkünstler BREAKFAST (Andrew Zolty) hinterließ einen unvergesslichen ersten Eindruck mit Kohlenstoff-Wake, eine faszinierende Skulptur, die von Echtzeit-Klimadaten angetrieben wird. Durch die Verbindung von Technik, Programmierung und einem tiefen Gespür für die Natur verwandelt Zolty globale Daten in lebendige, atmende visuelle Poesie.
Ebenso fesselnd war Six N. Five, das Kreativprojekt unter der Leitung von Ezequiel Pini. Bekannt für seine traumhaften 3D-Welten, die die Grenzen zwischen bildender Kunst und digitalem Design verwischen, hat das Studio mit renommierten Marken und Künstlern zusammengearbeitet und sogar die Hintergrundbilder für Microsoft Windows 11 und Surface entworfen.
Zu den weiteren Highlights zählte der italienische Künstler Andrea Crespi, dessen Werk AIDA die Messe mit lebendiger kinetischer Energie erfüllte. Mithilfe von LED-Lichtern erzeugt Crespi optische Täuschungen und ruft wechselnde Gefühlszustände hervor. In einer unverwechselbaren Bildsprache erkundet er Themen wie digitale Identität, Schönheit und Transformation.
Auch Genesis Kai, der „chirale digitale Zwilling“ des Künstlers Ming Shiu, hinterließ einen bleibenden Eindruck. Dieser KI-gestützte Avatar ist mehr als ein Kunstwerk – er ist eine poetische, fortlaufende Performance, die Konzeptkunst, neue Medien und spekulative Identität im digitalen Zeitalter vereint.
Schließlich präsentierte Tomás Saraceno ätherische, wolkenartige Skulpturen, die durch den Raum zu schweben schienen und Naturgewalten mit architektonischem Wunder verschmelzen. Seine Installationen reflektieren Licht und werfen wechselnde Schatten und regen den Betrachter dazu an, die unsichtbaren Systeme – soziale, ökologische und energetische –, die unsere Welt prägen, zu überdenken.
Dank einer beeindruckenden Liste hochkarätiger Partner festigt die Art Dubai weiterhin ihren Status als einer der dynamischsten Termine im globalen Kunstkalender. Die diesjährige Ausgabe stand unter der Schirmherrschaft Seiner Hoheit Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum und wurde in Partnerschaft mit ARM Holding und HUNA präsentiert. Die Dubai Culture & Arts Authority unterstützte die Messe als strategischer Partner, während Piaget erneut als exklusiver Uhren- und Schmuckpartner dabei war und Julius Bär als Hauptsponsor der Messe fungierte – eine Konstellation von Partnern, die einem Event dieses kulturellen Kalibers würdig ist.
Mit freundlicher Genehmigung: Art Dubai
Text: Leilani Streshinsky